Der Alchemist

Der 1947 in Rio de Janeiro geborene und vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Paulo Coelho gilt als einer der besten lateinamerikanischen Autoren der Gegenwart. Seine Romane sind zu Weltbestsellern geworden. Coelho wollte schon in jungen Jahren Schriftsteller werden und hat trotz vieler Schwierigkeiten immer an der Verwirklichung seines Lebenstraums festgehalten. In all seinen Romanen finden sich starke biografische Züge. Er hat sämtliche Länder bereist, die er in seinen Büchern beschreibt. Mit dem erstmals 1988 erschienenen Roman „Der Alchimist“ gelang ihm nach einem Verlagswechsel 1990 schließlich der internationale Durchbruch. „Der Alchimist“ wurde bislang in über achtzig Sprachen übersetzt und zählt zu den meistverkauften Büchern.

Die Reise des Hirten Santiago

Um seinen Träumen nachgehen und durch die Lande ziehen zu können, wird der andalusische Bauernjunge Santiago Schafhirte. Als er einige Nächte immer wieder von einem vergrabenen Schatz in Ägypten träumt, geht er zu einer Wahrsagerin, die den Traum für ihn deutet. Sie rät ihm, nach Ägypten zu den Pyramiden zu reisen, um den Schatz zu finden. Noch zögert Santiago. Aber auch der König von Salem rät ihm zu der Schatzsuche. Also tauscht Santiago bei dem alten König seine Schafherde gegen ein kleines Vermögen ein und macht sich auf den Weg nach Ägypten.

Auf der langen Reise trifft der Hirtenjunge viele Menschen, die ihn ermutigen, seinem Lebensziel zu folgen. Jede dieser Begegnungen verhilft ihm zu neuen Einsichten. Er wird bestohlen und erarbeitet sich beim Kristallwarenhändler wieder ein kleines Vermögen. Auf der Weiterreise zu den Pyramiden trifft er die Wüstentochter Fatima, in die er sich verliebt. Außerdem begegnet er dem Alchimisten, der ihm hilft, sich selbst besser kennenzulernen.

Obwohl Santiago in der Oase bei Fatima, der Liebe seines Lebens, bleiben will, überzeugt ihn der Alchimist, die Reise fortzusetzen und seiner Bestimmung zu folgen. Der Alchimist begleitet den Hirtenjungen auf dem beschwerlichen Weg durch die Wüste, auf dem Santiago erneut bestohlen wird. Doch der Alchimist kann Blei zu Gold verwandeln und lehrt ihn, dass die Weltenseele in allen Dingen liegt.

Zweieinhalb Stunden, bevor Santiago und der Alchimist nach weiteren Abenteuern endlich die Pyramiden erreichen, trennen sie sich. Als der junge Schafhirte dann allein bei den Pyramiden ein Loch in den Sand gräbt, um endlich seinen erhofften Schatz zu finden, wird er von Dieben beraubt. Erneut verliert er alles und erfährt, wo der Schatz wirklich vergraben ist. Er kehrt in seine Heimat Andalusien zurück und reist dann mit seinem Schatz wieder zu Fatima.

Der Weg ist das Ziel

Coelho nimmt die Leser auf den Weg der spirituellen Selbstfindung des jungen Schafhirten mit. Auf der langen Reise zu sich selbst findet Santiago sein Glück und die Liebe als das alles verbindende Element, indem er trotz aller Hemmnisse und Rückschläge unbeirrt seiner eigentlichen Bestimmung folgt und seinen Traum verwirklicht. Dazu kehrt er zum Schluss dorthin zurück, wo seine Reise begonnen hat. Der vergrabene Schatz ist in ihm selbst zu finden und die Suche danach und der Weg dorthin machen das Leben zu einem großen Abenteuer.

Was man sich aus tiefstem Herzen wünscht, kann man erreichen

In dem kurzen Roman vermittelt Coelho auf poetische und märchenhafte Weise in seiner klaren und einfachen Sprache philosophische Lebensweisheiten und gibt hoffnungsvolle Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Er ermutigt die Leser, auf ihr Herz zu hören und die Zeichen richtig zu deuten. Santiago wird auf seiner Reise klar, dass das Leben denjenigen Menschen hilft, die bereit sind, unbeirrt ihren eigenen Weg zu gehen und so ihren Lebensplan zu erfüllen. Die optimistische und inspirierende Botschaft des Romans lautet: „Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, dass du es erreichen kannst.“

Euer Alchemist

Sami Gashi

Rich Dad, poor Dad

Robert Kiyosakis Finanzratgeber Rich Dad, Poor Dad ist mittlerweile schon gute 20 Jahre alt und zum Klassiker der Ratgeberliteratur gereift. Ein guter Grund, es sich auch 2019 noch einmal vorzunehmen und daraus zu lernen.

Der Unternehmer und Autor Robert Kiyosaki:

Der 1951 geborene Robert Kiyosaki wuchs auf Hawaii auf. Schon in seinen 20ern versuchte er sich mit wechselndem Erfolg an eigenen Business-Ideen. Seit den 1990er-Jahren veröffentlicht er Ratgeber zu den Themen finanzielle Unabhängigkeit und persönliche Finanzen. Das anfangs noch im Selbstverlag veröffentlichte Rich Dad, Poor Dad ist bis heute sein bekanntester Titel. In zahlreichen weiteren Bänden vertieft der Autor die Thematik.

Rich Dad, Poor Dad – Finanzielle Freiheit ist eine Frage der Einstellung

Im Kern beschreibt Rich Dad, Poor Dad zwei unterschiedliche Mindsets, die Menschen beim Umgang mit Geld an den Tag legen können. Kiyosaki stellt diese in Form zweier sehr unterschiedlicher Vaterfiguren aus seinem eigenen Leben dar. Auf der einen Seite ist da sein eigener Vater, ein hochgebildeter Mann, der Geld und Reichtum misstrauisch gegenüber steht und wohl vor allem deswegen Zeit seines Lebens von finanziellen Sorgen geplagt wird – kurz: der „poor dad“. Demgegenüber steht der Vater seines Schulfreunds Mike, der eine entspanntere Haltung zum Thema Geld hat und es in erster Linie als Werkzeug versteht, mit dem sich das Leben leichter machen lässt. Von diesem „rich dad“ lernt Kiyosaki schon früh eine wesentlich andere Perspektive auf Wohlstand kennen, als sie in seinem Elternhaus eingenommen wird. Geld, begreift er, sollte immer nur als Mittel zum Zweck betrachtet werden. Wer, sei es aus Armut oder aber weil er sehr reich ist, sein Leben um das Geld herum aufbaut, wird nicht glücklich werden. Ein nicht-emotionaler Umgang mit Geld dagegen, eröffnet Möglichkeiten, in Unabhängigkeit und Freiheit zu leben.

Anhand zahlreicher Beispiele beschreibt Kiyosaki im Weiteren, wie ein gesundes, neutrales Verhältnis zum Geld dabei hilft, kluge Entscheidungen zu treffen und die richtige finanzielle Strategie zu entwickeln. Die Kernbotschaft dabei ist durchgehend, dass kein übermäßig hohes Einkommen vonnöten ist, um langfristig reich zu werden. Stattdessen betont das Buch immer wieder, dass vor allem die richtige innere Einstellung zum Geld nötig ist. Reiche Menschen, so Kiyosaki, investieren ihr Geld in bleibende Werte, während die die arm bleiben Verbindlichkeiten in ihr Leben holen. Damit meint er Güter, die langfristig mehr kosten als nutzen. Ein (zu teures) Auto zum Beispiel, ist nicht nur in der Anschaffung kostspielig, sondern verursacht danach über viele Jahre Folgekosten. Wer dagegen Investitionen tätigt, um passive Einkommensströme zu generieren, baut bleibendes Vermögen auf. Kiyosaki empfiehlt dabei vor allem auf Aktien und Immobilien zu setzen.

Für wen lohnt der Blick ins Buch?

Kiyosakis Buch ist in Ansprache und Inhalt sehr amerikanisch. Aus diesem Grund lassen sich einige der Ideen in Europa wohl auch nicht 1:1 umsetzen. Dennoch lohnt es definitiv, das Buch aufzuschlagen, um eine Vorstellung davon zu gewinnen, mit welcher Einstellung viele Reiche auf ihr Vermögen blicken. Wer sich selbst und seine eigene Einstellung zum Geld dann ehrlich analysiert und daneben stellt, gewinnt schnell eine Vorstellung davon, was er oder sie vielleicht besser machen kann. Auch Leserinnen und Leser, die vielleicht gar nicht das erklärte Ziel haben, zu Reichtum und finanzieller Unabhängigkeit zu gelangen, können von einer solchen Selbsteinschätzung profitieren. Vor allem richtet sich Rich Dad, Poor Dad aber natürlich an Menschen, die wirklich gerade ihr Leben umkrempeln wollen. Die affirmative, positive Ansprache des Buches, wirkt dabei auf jeden Fall äußerst motivierend und die anschaulichen Anekdoten und Beispiele machen verständlich klar, wohin die Reise gehen soll. Viele Zusammenhänge werden allerdings stark vereinfacht dargestellt. Das ist für die meisten Menschen sehr hilfreich, andere aber werden sich daran womöglich etwas stoßen.

Ich wünsche Euch beim Lesen viel Spass!

Euer Sami

Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte

Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte ist eine Art Leitfaden, um glücklich zu werden. Aber er ist nicht im Stil eines Ratgebers mit der Formel zum Erfolg aufbereitet, sondern kommt in der Form einer Erzählung daher.

Geschrieben hat ihn der Personal Coach und Autor Robin S. Sharma. Das Buch sticht aus dem Meer der Lebensratgeber durch seine Erzählform heraus. Robin S. Sharma schrieb es, während er parallel als Anwalt tätig war. Heute leitet er das Unternehmen Sharma Leadership International. Er vermittelt unter anderem den Chefetagen von Microsoft und Nike verschiedene Führungstechniken.


Inhalt und Zusammenfassung
Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte erzählt von Julian Mantel. Er ist erfolgreicher Staranwalt. Sein ganzes Leben wird durch seine Arbeit bestimmt. Dann erleidet er eine Herzattacke, an deren Folgen er beinahe stirbt. Dadurch wird alles, woran er bis dahin geglaubt hatte, auf den Kopf gestellt. Nach einer langen und mühsamen Kur beschließt Julian nämlich, seinen Beruf nicht wieder aufzunehmen. Stattdessen begibt er sich auf eine Reise in den Himalaya.
 
Dort kommt er in einer abgeschiedenen Gegend in einem Kloster unter. Die Arbeit und Weisheiten der Mönche lehren ihn die wahre Bedeutung des Lebens. Er erkennt, dass sein vorheriges Dasein als Workaholic ihn nie wirklich glücklich gemacht hatte. Mit der vollständigen Konzentration auf einen immens hektischen und anstrengenden Arbeitsalltag war er einer Illusion von beruflicher Erfüllung hinterhergelaufen. Das Klosterleben zeigt ihm, was wirklich zählt. Julian befreit sich von den unwichtigen Dingen des Lebens und findet so einen Weg zu wahrem Glück.
 
 
Das Ziel vor Augen
Das Buch berichtet, wie Robin S. Sharma dem früheren Anwalt Julian Mantel nach seiner Selbstfindungsreise begegnet. Julian erzählt ihm von seinen Erfahrungen und seinen Erkenntnissen. So berichtet er nicht nur von seinem Leben, sondern verrät auch eine Reihe allgemeiner Ratschläge, die jedem Menschen dabei helfen können, das eigene Leben zu verbessern. Auf diese Weise erfährt der Leser, wie Julian nach und nach zu seinem Glück gefunden hat. Durch dessen Erzählungen werden Weisheiten über Selbstdisziplin, einen zufriedenen Geist, und innere Ruhe offenbart.
 
 
Botschaft und Bewertung
Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte enthält zwar durchaus wertvolle Tipps und Ratschläge, wie jeder sein eigenes Glück finden kann. Allerdings geht es in dem Buch nicht darum, einen Schritt-für-Schritt Ratgeber zu präsentieren. Es wird vielmehr ganzheitlich der Frage nachgegangen, was Glück eigentlich ausmacht. Auf welche Weise Menschen es schaffen können, ihre Ziele und Träume zu verwirklichen. Und zwar so, dass sie dabei nicht in der Sucht nach Arbeit und Erfolg enden, sondern es ihnen wirklich gut geht. Die Philosophie, dass weniger ist mehr, geht aus diesem Buch deutlich hervor.
 
Es eignet sich darum für Menschen, die auf der Suche nach Denkanstößen über die menschliche Natur sind. Menschen, die für eine alternative Sicht auf unser modernes, stressiges Leben offen sind, werden das Buch nicht aus den Händen legen, bis die letzte Seite aufgeschlagen wird. Die Erzählstruktur ermöglicht es dem Autor dabei, seine gesamten Lebenserfahrungen auf eingängliche Weise dem Leser zu vermitteln.

Euer Mönch

Sami Gashi